(Kein) Sex in der Schule

Es ist unglaublich. Seit mehr als einer Woche besuche ich die Schul-Seite der Süddeutschen. Seit mehr als einer Woche prangt da derselbe Artikel, eine Studie über junge Frauen: Je mehr Sex, desto niedriger die Bildung. Und jetzt kann ich nicht mehr anders, ich muss ihn kommentieren. Vorsicht: Der folgende Artikel ist nicht ironiefrei.

So so, da klärt uns die Süddeutsche über eine Studien von unglaublicher Bedeutung auf: Häufiger Sex wirkt sich negativ auf die Noten aus.  Was soll das denn heißen? Hat eine Schülerin gute Noten, muss ich mir Sorgen machen, dass sie momentan keinen Sex hat? Hat eine Schülerin schlechte Noten, sollte ich ihr empfehlen, weniger Sex zu haben? Gebildete Frauen haben ihr Leben lang kaum Sex? Sex macht dumm?

Noch unglaublicher ist die Annahme, warum dem so sein könnte (obwohl im Satz davor steht, dass keine zuverlässige Erklärung gefunden werden konnte): So könnten sexuelle aktive Frauen emotional so eingebunden sein, dass sie keine Zeit mehr für ihre Bildung haben würden. Gut. Was sagt uns das? Im Prinzip nichts. Kann ja auch nicht stimmen. Zum einen ist Sex keine Emotion. Zum anderen gibt es weitaus mehr Emotionen als die, die aus einer (sexuellen Beziehung) resultieren. Aber egal, lassen wir diese Logik mal beiseite.

Schließlich wollen wir hier aus wissenschaftlichen (???) Erkenntnissen pädagogische Schlussfolgerungen ziehen. Ziehen wir also diese Schlussfolgerungen. Ich schlage vor – hier beziehe ich mich auch auf den demografischen Wandel respektive die Tatsache, dass Akademikerinnen laut unserer Bundesregierung zu wenige Kinder bekommen -, dass jedes intelligente Mädchen sofort nach seiner Entdeckung sexuell aufgeklärt und zu einem regen Sexualleben motiviert wird. So können wir zumindest verhindern, dass niemand unsere Rente zahlen wird. Doch Halt!  Ich kenne Forscher, die darauf hinweisen, dass intelligente Mädchen schwieriger gefunden werden als intelligente Jungen. Und dass intelligente Frauen irgendwann „verschwinden“, nie in Führungsspitzen aufsteigen. Aber das ist doch DIE Lösung!!! Die Forschung zum Thema „Auffinden von intelligenten Mädchen“ MUSS intensiviert und in die Praxis umgesetzt werden. So schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir verhindern, dass uns der Nachwuchs fehlt und fördern begabte Frauen. Aber Halt! Wenn die begabten Frauen dann sexuelle aktiv werden … werden sie doch dumm?! Egal …

Zurück zum Thema: Bald können wir alle Hauptschulen und die Schere der sozialen Segregation schließen. Wir sortieren alle Schülerinnen mit schlechten Noten aus und legen ihnen Kuschheitsgürtel an. Man wird sehen: Schon nach wenigen Wochen werden sich ihre Noten verbessert haben. Wobei … Werden sie dabei nicht genau zu den intelligenten Frauen, die keinen Sex und keine Kinder mehr bekommen??? Egal …

Aber nun mal im Ernst: Natürlich habe ich auch schon gehört, dass Jugendlichen an Gesamtschulen früher und häufiger Freunde/ Freundinnen und Sex haben. Aber besteht hier tatsächlich ein direkter Zusammenhang zu den Noten? Hängt das nicht eher mit dem Selbstbild und dem Lebensentwurf zusammen? Ist dies nicht vielmehr familiär bzw. gesellschaftlich bedingt? Egal … das Wort Sex in die Überschrift zu schreiben, zieht bestimmt viele Leser an …

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Eingeordnet unter Frauen und Mädchen, Lachen hilft gegen Burnout

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