Quittung für die LRS

Lachen musste ich dann doch, als eine meiner Schülerinnen das Wort „Quittung“ als „Kwitbon“ schrieb –  eine Zusammensetzung aus dem Wort „Bon“ – was immerhin auf ein korrektes Verständnis des Begriffs schließen lässt – und der noch nicht erfolgten Automatisierung des Qu und der Konsonantendopplung.

Wobei mir das Lachen dann nach mehreren Eltern-Schüler-Gesprächen auch schnell wieder verging: M. ist traurig, weil ihr Cousin gerade gestorben ist, traut sich aber nicht zu weinen, weil „die anderen Kinder sonst lachen“. Vor lauter Angst vor dem lauten Vorlesen kann sie auch nach drei Jahren Unterricht kaum schreiben und bis vor kurzem noch gar nicht lesen. A., unheimlich motiviert, ihre Rechtschreibung endlich mit unserer Hilfe zu verbessern, bekommt in einem Diktat die Note 3, obwohl sie nur zwei Fehler gemacht hat – da hat wohl jemand das Wort „Nachteilsausgleich“ nicht verstanden. Die Eltern eines anderen Schülers wollen nun die Finanzierung seiner LRS-Förderung beim Jugendamt beantragen – obwohl eigentlich klar ist, dass sie ohnehin nicht übernommen wird, weil sein seelisches Wohl nicht genügend beeinträchtigt ist. So müssen die Eltern und Kinder sie dann selbst zahlen … die Quittung für die LRS.

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Eingeordnet unter Alltag, Lese-Rechtschreib-Störung

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