Archiv der Kategorie: Grenzwertig

Kritik am Kritisieren

Momentan einer meiner Lieblingsblogs: ADHS-Spektrum.

Schon allein deshalb lesenswert, um den (unter Lehrern und Lehrerinnen wohl? leider? besonders?) verbreiteten Vorurteilen à la „Früher hat es sowas nicht gegeben“, „reine Modediagnose“, „Das kommt von der Feminisierung des Lehrerberufs“, „Jungen werden heutzutage diskriminiert und sollten sich häufiger Prügeln dürfen“, „Heutzutage sitzen die Kinder einfach zu lange vor diesen neuen Medien“ etc.  entgegenzutreten.

Jedenfalls: Piero Rossi, seines Zeichens Dipl.-Psych., ruft dazu auf, am ADHS-Lexikon des Projekts Kinder & ADHS mitzuschreiben. Gesucht würden einschlägig bewanderte Laien (Eltern, Lehrer/innen, Betroffene), gerne auch Fachkräfte.

Mein erster Beitrag würde ja lauten: Weiterlesen

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Eingeordnet unter Grenzwertig, Lachen hilft gegen Burnout

Das erste Mal …

… einen unangekündigten Test schreiben, weil die Klasse permanent unruhig ist und nicht konzentriert arbeitet.

Fühlt sich blöd an, man muss aushalten, sich unbeliebt zu machen, Frust zu erzeugen, ungerecht zu sein, die Athmosphäre zu vergiften, durch Notendruck Disziplin herzustellen etc. Kein schönes Gefühl, zumal es den eigenen Vorstellungen vom pädagogischen Handeln widerspricht.

Aber mache ich dies – oder anderes – nicht, so wird sich die Situation nicht verbessern; anders habe ich es jetzt schon lange probiert. Motivation, Schüleraktivität, gute Strukturierung, kreative Aufgaben etc.  machen den Schülern und Schülerinnen zwar Spaß, aber dass wir dabei eben auch konzentriert und ruhig arbeiten müssen, auch „langweilige Analysen“ nicht vergessen dürfen, wird so nicht klar. Ich fühle mich nicht ernst genommen. Da hilft es auch nichts zu hören, dass das Referendaren, jungen Lehrern und vor allem Lehrerinnen meist so geht.

Also alle didaktischen und pädagogischen Phrasen aus dem Fenster werfen und den „Druck erhöhen“. Mal schauen, was passieren wird …

 

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Eingeordnet unter Alltag, Grenzwertig

Ehrlichkeit?

Kann ich vielleicht einen Vortrag machen, weil meine Noten doch so schlecht waren.

Mhm, ja, an was hast du denn gedacht?

Ich könnte mir ja eine Kurzgeschichte raussuchen und sie vorstellen.

Ja, gute Idee. Such bis Freitag eine raus und dann gucken wir gemeinsam drüber, ob sie geeignet ist.

 

… *grübel* … Sag ich ihr, dass ihr eine gute Vortragsnote höchstwahrscheinlich nichts mehr bringen wird?

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Eingeordnet unter Alltag, Grenzwertig

Spitzfindigkeiten Hochbegabter

Zu wann sollen wir denn die Berichtigung machen?

Zu Dienstag.

Zu welchem?

Zum kommenden.

… [Denkpause] … Der in zwei Jahren kommt auch.

Wo er recht hat …

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Eingeordnet unter Alltag, Grenzwertig, Lachen hilft gegen Burnout

Hochbegabte Mädchen und Germany’s Next Top Model

Gerade virtuell über einen tollen Artikel von Dr. Tanja Gabriele Baudson gestolpert. Die Autorin, die auf SciLogs über Hochbegabung schreibt, schafft es, die divergierenden Themen „Hochbegabung“ und „Germany’s Next Top Model“ logisch zusammenzuführen. Es entsteht ein amüsanter Artikel darüber, wie Frauen und Mädchen im Fernsehen verkauft und wahrgenommen werden und welche Vorteile es für junge Wissenschaftlerinnen haben könnte, demnächst nach Germany’s Next Top Brain zu suchen. Eine lesenswerte Gedankenspielerei … – also ich würde teilnehmen. 😉

Zum Artikel von Dr. Tanja Gabriele Baudson gehts –> hier.

Zum Weiterlesen

Hochbegabte Mädchen

Das Bild von Hochbegabten 

Hochbegabung: Früh habituiert sich, wer ein Meister werden will … 

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Eingeordnet unter Frauen und Mädchen, Grenzwertig

Die liegende Acht als Allheilmittel

Eine liegende Acht zu zeichnen … das baut Stress ab … das löst Blockaden … das hiflt gegen Legasthenie … und AD(H)S … das unterstützt die seelische Balance … das macht klüger … das führt zum Weltfrieden und macht uns alle zu guten Menschen. Das versprechen zumindest solche, die sich Kinesiologen nennen oder ähnliche wissenschaftlich nicht fundierte, meist esoterische Konzepte verfolgen. Für Kinder gibt es den Kassenschlager „Brain Gym“, eine Förderung, die bei allen möglichen Lernschwierigkeiten helfen soll und auf der so genannten „Edu-Kinestetik“ beruht. Selbstredend ist diese Methode, die einfach gegen alles helfen soll, wissenschaftlich nicht fundiert und in ihrer Wirksamkeit nicht belegbar – umgangssprachlich wird dies auch als „Humbug“ bezeichnet.

Nun bekenne ich mich schuldig: Ich lasse meine SchülerInnen liegende Achten malen. Und bestehe darauf, mich nicht als esoterischen Spinner abzutun. Denn das Zeichnen einer liegenden Acht hat tatsächlich positive Effekte. Nur ist dieses Phänomen deutlich komplexer, als uns Kinesiologen und Brain-Gym weißmachen wollen.

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Eingeordnet unter Grenzwertig, Lese-Rechtschreib-Störung

DER HÖRT DOCH SONST NICHT!

Weil ich mir das bei guten LehrerInnen so vorstelle, versuche ich, mit meinen Schülern und Schülerinnen ruhig zu reden, zu begründen etc. Manchmal funktioniert das, manchmal … braucht es einige Übung, bis es klappt. Das betrifft bestimmte Schüler: Sie verstehen erst einmal nicht, dass meine freundliche Aufforderung tatsächlich ernst gemeint ist. Dass sie wirklich nicht mit dem Stift werfen sollen, wenn ich das sage. Wenn sie dann eine Zeit lang erlebt habe, dass ich trotz Freundlichkeit auf das Durchführen der Aufgabe, das Sein-Lassen von Was-Auch-Immer bestehe, verstehen  sie langsam, wie der Hase läuft. Es sind ja liebe Kinder und man kann wirklich mit ihnen auskommen.

Und dann kommt mein erster Kontakt zu den Eltern:  Da wird beschimpft, weil der Sohn nicht zu uns gekommen ist (obwohl das bei einem Grundschüler eigentlich in der Verantwortung der Mutter liegt). Da wird mit Schlägen gedroht, wenn ein Kind unter den Tisch krabbelt. Da werden nur brüllend Anweisungen gegeben, weil „der ja sonst nicht hört“.

Und ich wundere mich tatsächlich immer noch, warum die Kinder mich anfangs nicht ernst nehmen, wenn ich in normaler Lautstärke mit ihnen rede …

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Eingeordnet unter Alltag, Grenzwertig