Archiv der Kategorie: Literatur

Vorgestellt: Faust macht Schule

Eine sehr zu empfehlende Theatergruppe (die ich nicht nur loben möchte, weil sie mir zum Teil bekannt ist ;-)) tritt in Berlin mit ihrem Stück „Goethes Faust für Kinder, Jugendliche (und Erwachsene)“ auf. Das Stück haben sie dabei speziell für Kinder und Jugendliche konzipierte, um

Hemmungen vor der klassischen Literatur [abzubauen], ohne den Ernst des Themas außer Acht zu lassen.

Darum bieten die Schauspieler nach den Schulvorstellungen auch Besprechungen für Schulklassen an. Momentan wird das Stück jeden Mittwoch um 10 Uhr für Schulklassen im „Verlängerten Wohnzimmer“ aufgeführt (Anmeldung erforderlich). Der nächste Termin für eine reguläre Abendveranstaltung ist der 19. November 2011, 20 Uhr, ebenfalls im „Verlängerten Wohnzimmer“.

via Seite360

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Vorgestellt: Der Plan von der Abschaffung des Dunkels (Peter Hoeg)

Hinter dem leicht umständlichen Artikel verbirgt sich eines meiner Lieblingsbücher, ein Roman des dänischen Schriftstellers Peter Hoeg. Es sind gleich drei Gründe, die den Roman für mich zu einem unbedingt lesenswerten machen: Erstens wirft Peter Hoeg einen einmaligen Blick auf das (dänische) Schulsystem, indem er dieses aus der Perspektive eines Heimkindes – eines Kindes, dass nicht „innerhalb“ dieses Systems ist (wie er es seinen Protagonisten ausdrücken lässt) – beschreibt. Zweitens handelt es sich um einen nahezu philosophischen Roman, der sich mit dem Phänomen der Zeit beschäftigt. Drittens ist der Roman ein unglaublich verdichtetes Psychogramm, das den respektive einen Schlüssel zum Verständnis dieses Romans liefert. Ebendiesen Punkt möchte ich näher beleuchten.

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Vorgestellt: Geschichten-Würfel

Juchu, ich habe ein neues Spiel entdeckt! Eigentlich habe ich eines für den privaten Gebrauch gesucht (und gefunden), war aber von meinem Fund vor allem begeistert, weil er sich supergut für den Deutschunterricht eignet. Die Rede ist von Rory’s Story Cubes. Es handelt sich um jeweils neun Würfel, auf denen Symbole abgebildet sind. Je nach Set können das konkrete Aktionen oder abstrakte Zeichen sein. Die Würfel werden geworfen und aus den jeweiligen Symbolen sollen die Spieler eine Geschichte erfinden. Der Hersteller schlägt vor, die Geschichte mit „Es war einmal …“ beginnen zu lassen; die Würfel lassen aber unglaublich viel Raum für die verschiedensten Spielvarianten. Das macht dieses Spiel in meinen Augen für den Unterricht so interessant. Einige Ideen, die sowohl für den Muttersprach- als auch für den Fremdsprachunterricht genutzt werden können:

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LRS und Textverstehen, Teil 1: Was ist eigentlich Lesen?

Kinder mit LRS haben (oft) Probleme beim Lesen. Doch was für Probleme sind das eigentlich? Habe ich Leseprobleme, wenn ich einen wissenschaftlichen Physiktext lese und ihn nicht verstehe. Hat eine Sechsjährige LRS, wenn sie Schwierigkeiten hat, zum ersten Mal das Wort umarmen zu lesen. Hat ein Erwachsener, der nichts außer die die Sportseite der BILD liest, Leseprobleme? Eins nach dem anderen:

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Das Backfischbuch, Teil 2: Pucki

Was hat Generationen von Mädchen geprägt? Na klar, das „Backfischbuch“. „Backfischbuch“? Nein, es geht hier nicht um den Fischfang. „Backfisch“  ist die inzwischen aus der Mode gekommene Bezeichnung eines Mädchens in der Pubertät. Und es lohnt sich, diesem Backfischbuch einmal nachzustöbern, können doch unsere Mütter, Großmütter und Urgroßmütter ein Lied davon singen.

Typische Vertreter der Gattung Backfischbuch sind die Nesthäkchen-Bände von Else Ury und die Pucki-Reihe von Magda Trott. Werfen wir nun einen Blick in  „Pucki kommt in die höhere Schule“  von Magda Trott (Trott, Magda: Pucki kommt in die höhere Schule, Leipzig 1935).

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Das Backfischbuch, Teil 1: Nesthäkchen

Was hat Generationen von Mädchen geprägt? Na klar, das „Backfischbuch“. „Backfischbuch“? Nein, es geht hier nicht um den Fischfang. „Backfisch“  ist die inzwischen aus der Mode gekommene Bezeichnung von Mädchen in der Pubertät. Und es lohnt sich, diesem Backfischbuch einmal nachzustöbern, können doch unsere Mütter, Großmütter und Urgroßmütter ein Lied davon singen.

Typische Vertreter der Gattung Backfischbuch sind die Nesthäkchen-Bände von Else Ury und die Pucki-Reihe von Magda Trott. Werfen wir doch als erstes mal einen Blick in „Nesthäkchens Backfischzeit“. (Ury, Else: Nesthäkchens Backfischzeit. Eine Jungmädchengeschichte, Berlin 1921).

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Ankündigung: Backfisch-Bücher

Bei meiner Recherche zu der Frage, was Mädchen in der Zeit des Nationalsozialismus lasen, hat mich eines besonders überrascht. Immer wieder geben die nationalsozialistischen Autorinnen in der Zeitschrift Jugendschriftenwarte an, dass die Mädchen so genannte „Backfischbücher“ in großer Anzahl lasen. Warum das erstaunlich ist? Erstens: Diese Bücher waren bei den Nationalsozialisten sehr unbeliebt, standen sie doch symbolisch für ein gutbürgerliches Welt- und Frauenbild aus dem späten Kaiserreich und der Weimarer Republik. Doch trotz aller Verbote und Forderungen der Nazis gingen diese Bücher von Hand zu Hand. Zweitens: Ich kenne persönlich einige Frauen, denen ihre Eltern ebendiese „Backfischbücher“ zu lesen gegeben haben, ich habe Freundinnen, bei denen ich diese Romane im Regal finde. Was sind das für Bücher, die jeden politischen und gesellschaftlichen Wandel überstehen? Und: Spricht das für ihre Qualität? Oder für die Rückschrittlichkeit der Leserinnen?

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