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Kritik am Kritisieren

Momentan einer meiner Lieblingsblogs: ADHS-Spektrum.

Schon allein deshalb lesenswert, um den (unter Lehrern und Lehrerinnen wohl? leider? besonders?) verbreiteten Vorurteilen à la „Früher hat es sowas nicht gegeben“, „reine Modediagnose“, „Das kommt von der Feminisierung des Lehrerberufs“, „Jungen werden heutzutage diskriminiert und sollten sich häufiger Prügeln dürfen“, „Heutzutage sitzen die Kinder einfach zu lange vor diesen neuen Medien“ etc.  entgegenzutreten.

Jedenfalls: Piero Rossi, seines Zeichens Dipl.-Psych., ruft dazu auf, am ADHS-Lexikon des Projekts Kinder & ADHS mitzuschreiben. Gesucht würden einschlägig bewanderte Laien (Eltern, Lehrer/innen, Betroffene), gerne auch Fachkräfte.

Mein erster Beitrag würde ja lauten: Weiterlesen

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Eingeordnet unter Grenzwertig, Lachen hilft gegen Burnout

Vorgestellt: 37°-Reportage: Die Pathologisierung unserer Kinder

Ein wenig zu langsam, ein wenig zu schlau, ein wenig zu laut, ein wenig zu verträumt – ein wenig anders: die 37°-Reportage stellt Kinder vor, die in der Schule Probleme bekamen, weil sie nicht in in das Konzept passten, das auf „Normschüler“ ausgerichtet ist. Stattdessen bekommen die Kinder und ihre Eltern von Anfang an zu hören, dass „etwas nicht stimmt“, eine Therapieempfehlung oder Verdachtsdiagnose. Doch konsultierte Psychologen finden entweder kein eindeutiges Ergebnis oder stellen jede Menge sich wiedersprechende Diagnosen. Die absolvierten Therapien ändern nichts daran, dass die Kinder einfach nicht in die Norm der Schule passen wollen. Die Journalisten sprechen mit den Eltern, die diesen Diagnose- und Therapie-Marathon einige Zeit lang mitgemacht haben, bevor sie sich endlich trautem, ihrem ersten Eindruck zu glauben: Dass mit ihren Kindern alles in Ordnung ist, so lange es ihnen mit sich selbst gut geht. Dass nicht unbedingt mit ihrem Kind „etwas falsch“ ist, sondern dass es auch sein kann, dass die Schule eben nicht die richtige ist.

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Eingeordnet unter Alltag, Grenzwertig, Vorgestellt

Diagnose trifft Schüler

Gestern wollte ich mit einem meiner Schüler darüber sprechen, welche Ziele er für seine LRS-Förderung hat, warum er hier hin kommt. Andere Schüler hatten bereits angegeben, sie wollten in der Schule besser werden, ihre Noten verbessern – schon das als alleinige, extrinsische Motivation traurig genug. Der, wie er selbst sagt, ab morgen Neunjährige schüttelte nur den Kopf und dann traf mich geballtes Schülerleid: Er wisse auch nicht, was er hier solle, alle wollten bloß, dass er lerne, bis sein Kopf explodiere. Dass er hier sei, daran seien nur die Lehrer Schuld, die sagen würden, mit ihm sei etwas nicht in Ordnung. Dabei wäre er bloß langsamer als andere Schüler. Zum Beispiel die Mathelehrerin, die seiner Mutter gesagt hätte, er habe irgendetwas mit H, weil er im Unterricht immer nur halb so viele Aufgaben lösen könne wie die anderen und die Mathelehrerin die Aufgaben zu früh vergleichen würde. Überhaupt würden die Lehrer sagen, er sei krank und in seinem Kopf würde etwas nicht stimmen, das mit H eben. Durch Fragen finde ich heraus, dass es sich bei dem ominösen H um eine vermutete ADHS handelt.

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Eingeordnet unter Alltag, Lese-Rechtschreib-Störung