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Die liegende Acht als Allheilmittel

Eine liegende Acht zu zeichnen … das baut Stress ab … das löst Blockaden … das hiflt gegen Legasthenie … und AD(H)S … das unterstützt die seelische Balance … das macht klüger … das führt zum Weltfrieden und macht uns alle zu guten Menschen. Das versprechen zumindest solche, die sich Kinesiologen nennen oder ähnliche wissenschaftlich nicht fundierte, meist esoterische Konzepte verfolgen. Für Kinder gibt es den Kassenschlager „Brain Gym“, eine Förderung, die bei allen möglichen Lernschwierigkeiten helfen soll und auf der so genannten „Edu-Kinestetik“ beruht. Selbstredend ist diese Methode, die einfach gegen alles helfen soll, wissenschaftlich nicht fundiert und in ihrer Wirksamkeit nicht belegbar – umgangssprachlich wird dies auch als „Humbug“ bezeichnet.

Nun bekenne ich mich schuldig: Ich lasse meine SchülerInnen liegende Achten malen. Und bestehe darauf, mich nicht als esoterischen Spinner abzutun. Denn das Zeichnen einer liegenden Acht hat tatsächlich positive Effekte. Nur ist dieses Phänomen deutlich komplexer, als uns Kinesiologen und Brain-Gym weißmachen wollen.

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Eingeordnet unter Grenzwertig, Lese-Rechtschreib-Störung

Nißt ßön dieses Proplem

Geschieht so häufiger bei der LRS-Förder-Diagnostik:

Ich: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihr Sohn lispelt (nuschelt, Endungen nicht richtig ausspricht, viele Laute verwechselt ..).

Mutter: Was? Nee? Hab ich nicht gemerkt? Was meinen Sie denn?

Ich: XYZ, sagt mal „Wunsch“.

XYZ: Wunch.

Ich: Und „schön“.

XYZ: chön.

oder:

Ich: ABC, Sag mal „Giraffe“.

ABC: Tiraffe.

Ich: Und „Gürtel“.

ABC: Dürtel.

oder:

Ich: HIJ, sag mal „spielen“.

HIJ: Spin.

Ich: Und „machen“.

HIJ: Mahn.

Mutter: Ach das, ja, das macht er öfter. Das ist mir auch schon aufgefallen. Ist das denn wichtig?

JA, es ist wichtig. Wenn ein Kind in einem bestimmten Alter immer noch sehr undeutlich spricht, Laute verwechselt, lispelt etc., dann sollte der Kinderarzt zwecks einer Lopopädie angesprochen werden. Und JA, es gibt hier einen sehr wichtigen Zusammenhang mit der vermuteten LRS. Am besten sollten solche Auffälligkeiten im mündlichen Sprachgebrauch vor dem Lesen- und Schreibenlernen verbessert/ behoben werden, weil sie das Lernen behindern können. Spätestens wenn sich starke Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens einstellen, sollte man sich um die Schwierigkeiten beim Sprechen kümmern, da diese vermutlich das sicherer Lernen ver- oder behindern und einer effektiven LRS-Förderung im Wege stehen (können). Denn: Wenn ein Kind „trei“ sagt und „trei“ schreibt, ist das kein Problem beim Schreiben, sondern eines der Aussprache.

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Eingeordnet unter Lese-Rechtschreib-Störung, Lesen und Schreiben lernen

Quittung für die LRS

Lachen musste ich dann doch, als eine meiner Schülerinnen das Wort „Quittung“ als „Kwitbon“ schrieb –  eine Zusammensetzung aus dem Wort „Bon“ – was immerhin auf ein korrektes Verständnis des Begriffs schließen lässt – und der noch nicht erfolgten Automatisierung des Qu und der Konsonantendopplung.

Wobei mir das Lachen dann nach mehreren Eltern-Schüler-Gesprächen auch schnell wieder verging: M. ist traurig, weil ihr Cousin gerade gestorben ist, traut sich aber nicht zu weinen, weil „die anderen Kinder sonst lachen“. Vor lauter Angst vor dem lauten Vorlesen kann sie auch nach drei Jahren Unterricht kaum schreiben und bis vor kurzem noch gar nicht lesen. A., unheimlich motiviert, ihre Rechtschreibung endlich mit unserer Hilfe zu verbessern, bekommt in einem Diktat die Note 3, obwohl sie nur zwei Fehler gemacht hat – da hat wohl jemand das Wort „Nachteilsausgleich“ nicht verstanden. Die Eltern eines anderen Schülers wollen nun die Finanzierung seiner LRS-Förderung beim Jugendamt beantragen – obwohl eigentlich klar ist, dass sie ohnehin nicht übernommen wird, weil sein seelisches Wohl nicht genügend beeinträchtigt ist. So müssen die Eltern und Kinder sie dann selbst zahlen … die Quittung für die LRS.

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Hochbegabte Mädchen

Vor kurzem las ich ein interessantes Interview von Frauenzimmer mit der Dipl-Psych. Petra Nagel über hochbegabte Mädchen. Die auf Hochbegabung spezialisierte Psychologin hebt insbesondere hervor, dass die besondere Begabung vieler Mädchen häufig nicht auffällt und seltener als bei Jungen diagnostiziert wird, weil Mädchen dazu neigen, sich anzupassen und nicht auffallen zu wollen. Durch ständige Unterforderung und das „Verstecken“ dieses Teils der Identität entwickelten Mädchen dadurch häufig psychosomatische Störungen, Depressionen, etc. Was selbstredend nicht heißen soll, dass nicht auch hochbegabte Jungen mit Problemen zu kämpfen haben.

Zu diesem Thema habe ich vor kurzem das Buch der Autorin Katharina Fietze gelesen, die speziell über hochbegabte Mädchen und über (zu) spät erkannte hochbegabte Frauen schreibt. Sie schildert Persönlichkeiten und (mögliche) Probleme speziell von weiblichen Hochbegabten. Zudem erstellt sie anhand von Frauen-Porträts ein Sammelsurium von Merkmalen der Hochbegabung. Damit zeichnet sie ein umfassendes Bild davon, was hochbegabte Frauen und Mädchen ausmacht, wie diese sich fühlen und die Welt wahrnehmen.

Frauen und Mädchen, die sich – jenseits des IQ-Wertes und den rein kognitiven Merkmalen – konstruktiv mit ihrer Hochbegabung auseinandersetzen wollen, kann ich diese Zusammenstellung von Merkmalen ans Herz legen – Frau wird sich hier wiederfinden und verstehen lernen.

Aus diesen Merkmalen lässt sich zudem ableiten, warum Frauen und Mädchen es oft mit ihrer Hochbegabung schwer haben, sie häufig sogar Quell für psychologische Erkrankungen ist. Auf letzteren Aspekt geht insbesondere die Psychotherapeutin Andrea Brackmann ein, die aus ihrer Praxis über die Besonderheiten von Hochbegabten schreibt. Auch Götz Müller, der auf SciLogs zum Thema Hochbegabung veröffentlicht (hinter diesem Blog steht unter anderem die Karg-Stiftung, die sich mit dem Thema Hochbegabung beschäftigt) und selbst Psychologischer Psychotherapeut ist, befasst sich mit dem Thema Hochbegabung und Psychotherapie.

Zum Weiterlesen

Das Bild von Hochbegabten 

Katharina Fietze: Kluge Mädchen. Frauen entdecken ihre Hochbegabung.

Andrea Brackmann: Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?

Andrea Brackmann: Ganz normal hochbegabt. Leben als hochbegabter Erwachsener.

Links

Leuchtfeuer Berlin

Petra Nagel 

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