Schlagwort-Archive: Laut-Buchstabe-Beziehung

Nißt ßön dieses Proplem

Geschieht so häufiger bei der LRS-Förder-Diagnostik:

Ich: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihr Sohn lispelt (nuschelt, Endungen nicht richtig ausspricht, viele Laute verwechselt ..).

Mutter: Was? Nee? Hab ich nicht gemerkt? Was meinen Sie denn?

Ich: XYZ, sagt mal „Wunsch“.

XYZ: Wunch.

Ich: Und „schön“.

XYZ: chön.

oder:

Ich: ABC, Sag mal „Giraffe“.

ABC: Tiraffe.

Ich: Und „Gürtel“.

ABC: Dürtel.

oder:

Ich: HIJ, sag mal „spielen“.

HIJ: Spin.

Ich: Und „machen“.

HIJ: Mahn.

Mutter: Ach das, ja, das macht er öfter. Das ist mir auch schon aufgefallen. Ist das denn wichtig?

JA, es ist wichtig. Wenn ein Kind in einem bestimmten Alter immer noch sehr undeutlich spricht, Laute verwechselt, lispelt etc., dann sollte der Kinderarzt zwecks einer Lopopädie angesprochen werden. Und JA, es gibt hier einen sehr wichtigen Zusammenhang mit der vermuteten LRS. Am besten sollten solche Auffälligkeiten im mündlichen Sprachgebrauch vor dem Lesen- und Schreibenlernen verbessert/ behoben werden, weil sie das Lernen behindern können. Spätestens wenn sich starke Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens einstellen, sollte man sich um die Schwierigkeiten beim Sprechen kümmern, da diese vermutlich das sicherer Lernen ver- oder behindern und einer effektiven LRS-Förderung im Wege stehen (können). Denn: Wenn ein Kind „trei“ sagt und „trei“ schreibt, ist das kein Problem beim Schreiben, sondern eines der Aussprache.

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Einsatz von Gesten im Sprachunterricht

Mich interessiert derzeit die Frage, wie Lernen mit kognitionspsychologischen, psycholinguistischen und neurologischen Prozessen in Verbindung gesetzt werden kann. Einfacher gesagt geht es um die Frage, wie wir Sprachunterricht verbessern können, indem wir verstehen, was im Gehirn vor sich geht.

So bin ich auf einen Artikel von Dr. Manuela Macedonia gestoßen, die Mitglied in einer Max-Planck-Forschungsgruppe ist und auf dem MPI-Forschungblog veröffentlicht. Sie hat die Hypothese untersucht,  dass Gesten im Fremdsprachenunterricht helfen können, Vokabeln besser zu lernen. Dabei betrachtete sie die Frage, wie die von Gesten begleiteten Vokabeln im Gehirn repräsentiert werden. Sie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass Vokabeln durch Gesten besser behalten werden können und führt das auf folgende Komponenten zurück:

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LRS und Textverstehen, Teil 3: Ursachen einer LRS

In diesem Beitrag möchte ich darauf eingehen, wo Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesen und Schreibens liegen und welche Ursachen den Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten zugrunde liegen. Im Beitrag zum Begriff LRS habe ich schon erwähnt, dass eine LRS durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Als Beispiel hatte ich Konzentrationsprobleme oder eine Sehschwäche genannt. In der Literatur ist man sich jedoch einig, dass die zentrale und schwerwiegendste Ursache Probleme bei der Verarbeitung von Lauten sind (was sich zum Beispiel darin äußert, dass Kinder ähnlich klingende Laute – t/d, g/k, p/b, f/w – nur schlecht auseinanderhalten können). Wissenschaftlich gesprochen werden diese Schwierigkeiten als phonologischen Verarbeitungsschwäche bezeichnet (Marx 2007, S. 123).  Weiterlesen

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LRS und Textverstehen, Teil 1: Was ist eigentlich Lesen?

Kinder mit LRS haben (oft) Probleme beim Lesen. Doch was für Probleme sind das eigentlich? Habe ich Leseprobleme, wenn ich einen wissenschaftlichen Physiktext lese und ihn nicht verstehe. Hat eine Sechsjährige LRS, wenn sie Schwierigkeiten hat, zum ersten Mal das Wort umarmen zu lesen. Hat ein Erwachsener, der nichts außer die die Sportseite der BILD liest, Leseprobleme? Eins nach dem anderen:

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Alphabet mal anders

Das gehört in jedes Klassenzimmer einer ersten und zweiten Klasse. Und ist eine super Idee für Jungs (und Mädchen), um sie für die Sache zu begeistern. Die Rede ist von einem Alphabet in Superhelden– bzw. Videospielfiguren-Form. Hier werden alle Buchstaben von einem bekannten Helden der Kindheit repräsentiert. Der Vorteil: Eine spannende Rätselübung, um welchen Helden es sind handelt, vor allem für Jungs sehr motivierend. Und wie in herkömmlichen Alphabet-Übersichten sind auch hier die Buchstaben stringent mit dem Anlaut des jeweiligen Heldennamens verknüpft. Der Nachteil: Es handelt sich meist um englische Namen, so dass die Laut-Buchstaben-Beziehung in manchen Fällen nicht genau der deutschen Phonem-Graphem-Korrespondenz entspricht.

via Seite360

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